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Review: Parkway Drive - Reverence (2018) 12.05.2018 - 17:13

Parkway Drive überraschen mit einer außerordentlich stimmigen und abwechslungsreichen Revolutions-Scheibe für den Metalcore. Das längst totgesagte Genre bekommt mit "Reverence" tatsächlich eine Frischzellenkur verpasst. Lest hier unsere Review:

Der Metalcore ist in der Szene bekanntlich sehr umstritten. Pro und Kontra halten sich da fast in Einklang. Unumstritten dürfte jedoch die Tatsache sein, das sich das Genre längst tot gelaufen hat und sich kein Stück weiter entwickelt. Growl, Träller, Growl und ordentlich Dampf - das langweilt nur noch und jüngst haben Caliban mit ihrem aktuellen Werk "Elements" jenes wieder deutlich untermauert. Doch was Parkway Drive hier mit ihrer neuen Scheibe abgeliefert haben, verspricht endlich mal eine Revolution im Core Bereich. "Reverence" ist unglaublich abwechslungsreich, melodisch und unterhaltsam, das es eine wahre Freude ist. Bereits der Opener "Wishing Wells" wirkt einfach herrlich frisch und verbindet den klassischen Metalcore mit vielen neuen Elementen. "Prey" fährt sogar die Growls fast komplett zurück und setzt mehr auf Gesang, melodische Riffs und Tempowechsel. "Absolute Power" besticht ähnlich wie "Wishing Wells" als klassische Metalcore Nummer im Midtempo, mit ausgefeilterem Riffing, Tempowechsel und Melodic Parts. Das lässt sich auch von "I Hope You Rot" behaupten. Parkway Drive haben einfach eine neue frische Mischung entdeckt, die dem üblichen Einheitsbrei bisher fern geblieben ist. Überraschen können die Jungs aus Byron Bay vorallem mit dem epischen "Cemetery Bloom" das durch gesprochene Texte, Core Einlagen und Hauptsächlich mit dem E-Bass begleitet wird, "The Void" macht mit tollem Chorus und schlichtem Riffing eine menge Spaß. "Shadow Boxing" erinnert stellenweise an traditionelles Fear Factory Riffing, bietet aber neben der üblichen Würze sogar ruhige Keyboard und gar dramaturgische Violinen Einlagen. Unglaublich wie dieser Mix tatsächlich gelungen ist, denn auch wenn es sich beim ersten lesen nicht gerade so anhört, ist hier gewaltig Druck auf dem Kessel. "In Blood" kommt Anfangs fast einer Core Ballade gleich, bevor es später in die Vollen geht und sich zu der üblichsten Metalcore Nummer auf "Reverence" entpuppt. Auch "Chronos" ist nah dran, bietet aber musikalisch neben starken Double Leads, noch weitere dezente Neuheiten. Stimmg und frisch. Richtig geiles Teil! Am Ende wird es allerdings nochmal episch. Das gesprochene, mit Violinen untermalte "The Colour of Leaving" kann man kaum in Worte fassen. PD untermalen hier persönliche, verstorbene Verluste, der letzten Jahre und wer die Band aufmerksam verfolgt hat, wird wissen das das nicht wenig waren. Trauriges Stück, das aber ordentlich mitreißt. 

Unterm Strich ist "Reverence" ein Metalcore Album nach Maß geworden. Kein wildes Geknüppel mehr. Parkway Drive setzen auf melodisches Riffing, tolle Solis und mehr Gesang. Das Album ist so abwechslungsreich wie noch nie in der Szene geworden und somit beweisen die Australier als erste Band der Szene, das der Metalcore noch nicht ganz verloren scheint.  Tolles, wenn nicht sogar das beste Parkway Drive Album bisher, das durchgehend überzeugt und keinerlei Hänger aufzuweisen hat. Absolute Kaufempfehlung!

The Count für Radio Rock
 

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