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Review: Crystal Ball - Crystallizer (2018) 13.05.2018 - 17:41

Das zehnte Studio Album der Schweizer Hardrocker hat es insich und darf wie wir finden, als dessen bisher bestes Werk angesehen werden. Lest hier unsere Review: 

Die Schweizer Hardrock Formation rund um Saitenhexer Scott Leach feiert mit "Crystallizer" ihr nun mittlerweile zehntes Studio Album. Das die Band vorallem mit ihren letzten Scheiben immer mehr in Richtung 80er Melodic Hardrock driftet und mit "Crystallizer" gerade ihr persönliches Non plus Ultra präsentieren, steht der Truppe unheimlich gut. Ich möchte gar behaupten, das das aktuelle Jubiläumsalbum, das Beste ihrer bisherigen Discographie darstellt. Produziert wurde das aktuelle Werk von Ex Accept Gitarrist Stefan Kaufmann, der sogar auf drei Songs zusätzlich als Gastmusiker zu hören ist. Auf "Crystallizer" haben die Schweizer nochmal eine ordentliche Schippe drauf gelegt. Wer "Deja Voodoo" schon Klasse fand, wird diesmal erstrecht begeistert sein. Der Opener und gleichzeitige Titeltrack "Crystallizer" zeigt gleich auf, wo es lang geht. Rockig, melodisch und Hymnen verdächtig. So muss ein Opener sein und wird sicherlich auch auf den nächsten Konzerten als dessen fungieren. Spätestens aber bei "Curtain Call" merkt man, wie gut Crystal Ball die schweren Riffs stehen, um nicht als kitschige Glam Band der damaligen Zeit abgetan zu werden, denn das sind sie allgemein ganz sicher nicht. Die richtige Mischung aus alter Glam Zeit und vernünftiger Härte, ist den Mannen diesmal aber außerordentlich gelungen. "Curtain Call" rockt wesentlich schwerer als so manch alter Bon Jovi Klassiker und verliert dennoch nichts an seiner Melodie. "Alive for Evermore" zählt sicherlich zu einem der großen Highlights auf "Crystallizer." Harter Ohrwurm mit tollen Solis von Band Leader Scott Leach. Ähnliches hat auch "S.O.S." zu bieten, was die Gitarrenarbeit angeht und das schwerriffige "Crazy in the Night" geht nicht weniger direkt ins Ohr. Das nächste Highlight "Gentleman's Agreement" folgt zugleich. Treibende Riffs und der Gesang von Steven Mageney machen die Nummer zu einem Fest. Die Ballade "Let her go with Love" bietet ein bisschen Zeit zum durchatmen, bevor es mit "Beauty in the Beast" und "Death on Holy Ground" weiter geht. Die Songs nehmen fortan zwar nochmal an Härte zu, reichen aber nicht mehr ganz an die Qualität der Vorgänger heran, denn in der zweiten Hälfte schaffen es Crystal Ball einfach nicht mehr den Drive einzufagen, den die ersten 6 Titel ausgemacht haben.  Zwar sind die Riffs deutlich rauer gehalten und die Songs alles andere als schlecht, doch das gewisse Etwas ist einwenig abhanden gekommen. "Dusty Deadly" z.B. wirkt wie das etwas schwächere "Curtain Call" und die Schlussnummer "Symphony of Life" überzeugt diesmal nur durch gute Riffs, aber schwachen Chorus. 

Aber Crystal Ball haben ja noch zusätzlich zwei Bonus Tracks auf der Limited Edition mitgebracht. "Satisfaction Guaranteed" kann die Qualität wieder deutlich heben. Die Midtempo Nummer kann mit der ersten Hälfte des Albums gut mithalten, während mit "Exit Wound" die zweite und nicht so wirklich zünden wollende Ballade nachgeschoben wird. Über das "Brauchen und nicht brauchen" der Limited Edition Bonus Tracks kann man streiten. Wirklich bereichern tun sie "Crystallizer" nämlich nicht, auch wenn Erstgenannter garnicht schlecht ist. Fans werden aber wohl so oder so zugreifen. 

Unterm Strich ist "Crystallizer" wirklich gelungen, den auch wenn der Scheibe zur Hälfte hin irgendwo die Klasse etwas abhanden geht, entpuppt sich die Kritik immer noch als Meckern auf hohem Niveau, denn schlecht ist hier wirklich keiner der 11 bzw. 13 Songs geraten. Das Album ist stimmig, rockig, fetzig und sorgt stets für gute Laune über die gesamte Laufzeit. Und meiner Meinung nach, konnte das Niveau bisher kein Crystal Ball Album durchgehend erreichen. Die Band hat sich ein starkes Jubiläum bescherrt. Zwar ist "Crystallizer" kein Meisterwerk geworden, wie man es an den ersten Songs hätte vermuten können, aber darauf haben es die Schweizer ohnehin nicht abgesehen. Trotz minimaler Kritik, können wir hier eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen. 

The Count für Radio Rock
 

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