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Konzert Bericht: Axel Rudi Pell - Zeche Bochum 06.05.2018 18.05.2018 - 14:15

Ein Axel Rudi Pell Konzert ist immer ein Erlebnis. Episch, grandios und diesmal sogar mit außerordenlich überraschender Playlist, war der Gig in der Zeche Bochum ein persönliches Highlight. Lest hier unseren Konzert Bericht:

Es war mal wieder an der Zeit, nach nun fast 10 Jahren Abstinenz, wieder ein Heimspiel von Axel Rudi Pell zu genießen. Wie zu jeder ARP Tour gab es wieder zwei fixe Termine für die Zeche Bochum, die natürlich wie immer restlos ausverkauft waren. Allgemein gilt, wer Axel und Band im Heimatstädtchen erleben will, muss schnell sein beim Kartenkauf. Meiner Einer hatte sich für den zweiten Termin am 06.05.2018 entschieden, knapp 2 Wochen nach dem ersten Zechen Gig. Zusätzlich brachte der Bochumer Guitar Wizard gleich noch die Schweizer Hardrock Formation von Crystal Ball als Vorband mit. Wenn das nicht ein doppelter Grund zur Freude ist, denn die Jungs hatte ich bisher auch noch nie Live erlebt. Es sollte auf jeden Fall ein ein gelungener Abend werden und meine Erwartungen wurden schließlich sogar noch übertroffen. Leider musste ich etwas zähneknirschend auf Bullet (wenn auch nur geringfügig) verzichten, die zur selben Zeit im Matrix Bochum spielten, doch die sollte ich 2 Wochen später als Ausweichtermin noch in Siegburg Live erleben (Bericht folgt), von daher war alles geritzt und die Show konnte los gehen. 

Vor der Zeche angekommen, hatten sich schon Zahlreiche Fans vor dem Einlass versammelt. Natürlich war optisch wieder alles vertreten. Von den üblichen Band Shirt Besuchern, bishin zu den traditionellen langhaarigen Kuttenträgern war alles dabei. Der Einlass verlief zügig und so konnte man schnell noch einen Abstecher zum Merchandising Stand machen und das aktuelle Axel Rudi Pell Tour Shirt abgreifen. Anschließend ging es direkt in den Saal und auf den Balkon hinauf. Warum nicht direkt vor die Bühne, wird sich der geneigte Leser fragen? Nun aus zwei ganz bestimmten Gründen. 1. Man hat von oben die Beste Sicht und 2. ist die Bar nur eine Armlänge entfernt. ;-)

 

Crystal Ball

Nachdem sich die Zeche ordentlich gefüllt hatte und die Roadie Crew mit dem Soundcheck durch war, konnte der Spaß losgehen. Crystal Ball starteten mit einem lauten Knall und leuteten den Opener des aktuellen Albums ein. "Crystallizer" ging gut ab und machte gleich deutlich, wie verdammt Live-Stark die "Crystal Heads" doch sind und spätestens nach "Anyone can be a Hero" und "Curtain Call" kann ich jedem nur empfehlen, sich die Band mal Live anzuschauen. Es lohnt sich definitiv. Die Beiden Gitarristen, Tony Castell und Scott Leach harmonieren fantisch miteinander und der außerordentlich gute Gesang von Steven Mageney ist selbstredend. 

Der momentane Status als Vorband (zumindest auf der aktuellen Axel Rudi Pell Tour) wird ihnen eigentlich garnicht gerecht. Andererseits ist man aber dennoch positiv gestimmt, wenn eine Namenhafte Band zum Aufwärmen vorbei kommt und nicht irgendeine Rumpelkapelle aus der Hinterhof Garage, die man besser zuhause gelassen hätte. Versteht mich da nicht falsch. Support ist gut und Support ist wichtig. Gerade wir von Radio Rock stehen ja bekanntlich immer dafür, neuen Bands eine Chance zu geben, nur manchmal haben eben auch die größeren Bands einen Support Act dabei, welchen man sich wirklich hätte sparen können.  Umso erfrischender ist die Tatsache, das im aktuellen Fall, Crystal Ball diesmal Axel Rudi Pell einläuten durften. 

Fahnenschwingend ging es mit "Hold Your Flag" und "Gentlemen's Agreement" weiter. Letztgenannter Song vom aktuellen Album zählt nach eigenen Aussagen, auch zu einem Favoriten von Sänger Steve Mageney. Der Mix aus aktuellen und älteren Titeln sollte sich aber anschließend ändern. Lediglich "Alive for Evermore" findet sich in der späteren Playlist noch wieder. Ansonsten beschallten Crystal Ball den Rest ihrer Setlist mit älteren Werken. "Deja Voodoo" und "Hellvetia" - Titeltracks vergangener Scheiben, sowie das einst mit Battle Beast Frontfrau Noora Louhimo gemeinsam aufgenommene Stück "Eye To Eye", was laut Steven Mageney nur sehr selten Live gespielt wird, weil keiner Noora sein möchte. ;-) Humor hat er ja und ist sich auch nicht um einen Gag der Herkunft zu schade. Das die Band eigentlich aus der Schweiz kommt und er selbst nicht, ist eine Tatsache. Wuppertal ist aber auch schön, lässt Steven ausrichten. ;-)  Als man schließlich den ca. 50 Minuten Auftritt mit "Mayday" und "Paradise" ausklingen ließ, war die Menge ordentlich in Stimmung gekommen. Ein fettes Danke an Crystal Ball. Das 80er Jahre Feeling ist auch Live perfekt rüber geschwappt. Wir sehen uns bestimmt nochmal als Hauptact wieder!

 

Axel Rudi Pell

Kurze Umbaupause, Soundcheck und noch schnell für den allgemeinen Durst gesorgt. Nun war Axel Rudi Pell am Start, welcher schon unter lautem Applaus der Fans beim betreten der Bühne begrüßt wurde. Axel da, Bobby da, Volker da, Ferdy da...einer fehlte. Who the Fuck is Johnny? Kaum waren die Instrumente angestimmt, flitze jener wie von der Tarantel gestochen hinter der Bühne hervor und die Band legte gleich mit "The Wild And The Young" und "Wildest Dreams" vom aktuellen Album "Knights Call" los. Zwei von Vier neuen Titeln, die ich auch unbedingt hören wollte. Über Axel's Gitarrenspiel braucht man eigentlich keine großen Worte mehr zu verlieren, das ist gewohnt, außergewöhnlich, episch, gut, aber das selbst Johnny Gioeli immer noch so eine Wahnsinns Stimme hat, ohne den geringsten Verschleiß, ist beachtlich. Ferdy Doernberg am Keyboard macht eine üblich spielfreudige Figur. Volker Krawczakz war diesmal in auffälliger Kluft unterwegs und stach etwas mehr als sonst heraus. Lediglich der nicht mehr ganz so neue Drummer Bobby Rondinelli ist zwar zweifelsfrei ein routinierter Musiker, muss sich aber auch den Vergleich mit seinem Vorgänger Mikey Terrana gefallen lassen und da zieht er leider etwas den Kürzeren. Terrana war ein richtiger Zerstörer hinter der Schießbude, Bobby Rondinelli hingegen ist etwas zu gewöhnlich.

 "Fool Fool" überraschte nicht sonderlich in der Playlist, der Song ist ja immer dabei und war auch zu erwarten, auch wenn ich jedes mal darauf verzichten kann, weil es einfach viel bessere ARP Hits gibt, die meiner Meinung nach in die obligatorische Playlist gehören. Zum Glück hat man diesmal wenigstens auf "Call her Princess" verzichtet, welchen ich ebenfalls als einen austauschbaren Standard Song  erachte, aber das bleibt letztendlich Geschmackssache. Die wirkliche Überraschung kam erst im Anschluss, weil Axel ein paar Songs in der Konstelation losgefeuert hat, welche man sonst nie alle auf einmal bekommt. Da waren verdammt viele Klassiker im Petto, doch zunächst machte man sich einen Spaß daraus, den Hit "Sharona" von The Knack anzuspielen, um sich dann abruppt mit einem "Good Night" scherzhafterweise von der Bühne zu verabschieden. Nach einer kurzen, zum schmunzelnden Anekdote von Johnny's Ankunft in Deutschland, vor sage und schreibe (schon!) 20 Jahren, schiebt die Truppe "Oceans of Time", vom gleichnahmigen Album nach. Es war die erste LP mit Johnny Gioeli am Mikro und diese liegt tatsächlich schon 20 Jahre zurück. Die Zeit vergeht erschreckend schnell! Rockig gehts mit "Only The Strong Will Survive" gleich weiter, einem Song den man auch schon länger nicht mehr Live gesehen hat. Außerdem hatte Johnny wie immer zwischendurch ein paar fetzige One Liner parat, die der Show erfrischend gut taten. 

"Tonight we sing about Wizards, Dragons, Black Moons, Black Shadows, Lightning, Warriors, Rainbows and Schnitzel. This nothing like a good Schnitzel. I still feel it right here. I hope it doesn't come out on you Sir. If it does, we will clean you. Don't Worry."

Klasse aber mittlerweile meistens üblich, folgte "Mystica" mit einem dieser göttlichen One-Man-Show-Guitar Solos von Axel. Es ist schon irgendwo kurios, sowie einwenig befremdlich, das der eigentliche Star, mehr im Hintergrund steht und Johnny Gioeli die Gags reißt und sämtliche Ansagen macht. Axel selbst sieht man so gut wie nie am Mikro und fällt bis auf sein unglaubliches Gitarrenspiel auch nicht groß auf. Der Mann ist ein ziemlich ruhiger, auf den Boden gebliebener Musiker, was ihn persönlich ziemlich sympathisch macht, keine Frage. Für die Show ist es allerdings einwenig schade, das der Majestro manchmal nicht einwenig mehr abgeht, aber das ist meckern auf hohem Niveau und darf jeder für sich selbst entscheiden. 
Nun war es mal wieder Zeit für etwas neues. Da fehlte ja noch DER SONG des aktuellen Albums, "Long Live Rock!" Ein Song der nicht nur seiner Message alle Ehre macht, sondern auch wieder einer dieser typisch geilen ARP Nummern ist. Gefreut hat mich auch das im Anschluss in einem Medley mit "Tower of Babylon" verpackte "Game of Sins." Erstgenannten hätte man aber auch gut und gerne weglassen können. Den Song mochte ich schon auf dem aktuellen Album nicht und ist mir einfach zu sehr experimentell. Orientalisch steht ARP einfach garnicht. Ordentlich chillig und atmosphärisch wurde es mit der Seifenblasenartigen Stagelight Choreografie zu "The Line." Johnny's Stimme - der Wahnsinn!
Sehr gefreut hat mich auch, das es "Warrior" mal wieder in die Playlist geschafft hat. Ein weiteres Medley wurde mit "The Edge of The World", dem Instrumental "Truth And Lies" und dem Klassiker "Carousel" rausgefeuert. Sehr geil, so kann man auch viel mehr Songs unterbringen, die einzelnt wahrscheinlich die Gesamtspielzeit stark beeinträchtigen würden. Besonders "Carousel" war mal wieder ein Erlebnis. Und natürlich darf "The Masquerade Ball" im Medley mit "Casbah" nicht fehlen. Warum man die Nummer allerdings stehts mit dem ollen Casbah mixt, bleibt mir ein Rätsel. Zum Schluss gab es noch ein persönliches Highlight. Beendet wurde die tolle Show mit "Rock The Nation", einer meiner absoluten ARP Lieblinge. 

"We Are The Wild Creation, We Are Rock This Town, We Are Rock The Nation, Shout It Out Loud!" 

Ein Axel Rudi Pell Konzert ist immer wieder ein wahres Erlebnis und dieses hier war Aufgrund der Playlist Zusammenstellung außerordentlich gut.  Bis auf das Orientalische "Tower of Babylon" Gedudel und die Standartgemäßen "Fool Fool" und "Casbah" hatte ich eine menge Spaß und Titel die man weniger mag, wird es immer geben. Insgesamt einen toller Abend gehabt. Crystal Ball waren stark, Axel Rudi Pell war(en) grandios.

The Count für Radio Rock
 

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