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Review: Teufelskreis - Wahrheit oder Lüge (2018) 28.07.2018 - 11:12

"Teufelskreis" legen nach Jahren der Abstinenz ein Groovelastiges, Heavy Rock Album hin, das sich absolut hören lassen kann. Ein Dank geht an NRT Records für die Promo. Lest hier meine Review:

Gruß,
The Count

"Teufelskreis" sind eine Heavy Rock Formation aus Österreich. Ihr markanter Stil aus NDH, Deutschrock und Heavy Metal, gepaart mit sozialkritischen Texten weiß bereits seit ihrem Debüt im Jahre 2008 zu überzeugen. Nachdem es eine paar Jahre ruhig um die Band wurde, steht nun endlich das neue Album "Wahrheit oder Lüge" in den Startlöchern, das am 14.09.2018 über unser Partner Label, NRT Records veröffentlicht wird. Wir von Radio Rock konnten uns wieder einmal vorab ein Bild machen und die 10 Songs + Intro  mal genauer unter die Lupe nehmen. Einen Dank an dieser Stelle geht an NRT Records.

Wer "Teufelskreis" hört, darf kein gewöhnliches NDH Album im Soundgewand der üblichen Genre Vertreter erwarten. Viel zu sehr vermischt ist der "teuflische" Sound, um als weitere Kopie diverser Größen durch zu gehen. Zum Glück, den "Teufelskreis" haben ihren eigenen Wiedererkennungswert geschaffen, der für mich persönlich garnicht so wirklich zur NDH Szene zählt, sondern mehr durch Groove Metal heraussticht. Wahrscheinlich aber, ist auch genau das völlig beabsichtigt, denn bei dem Genre Mix, der 3 - 4 Stile gleichzeitig vermischt, kann logischerweise auch kein Rammstein 2.0. herauskommen. Eigenkreationen und Mix Genres im Metal, sind heutzutage aber auch keine Seltenheit mehr, sondern absoluter Trend. Nahezu täglich entstehen neue Sub Genres, um aus dem großen Pool herauszustechen. Ob jedoch immer soviel Gefrickel nötig ist, um zu überzeugen, darf bezweifelt werden. Man muss das Rad nicht jedesmal neu erfinden um als Band zu überzeugen. "Teufelskreis" hingegen bieten eine gesunde Mischung an, die vorallem durch ihre Einfachheit zu überzeugen weiß und damit für mich persönlich, einen enormen Mehrwert gegenüber den Genre-Neu-Erfindern besitzt.
Beginnend mit dem 3 Minütigen Instrumental "Aufruf" startet der neue Silberling und erinnert an so manche Opener der 80er Jahre. Sanfte Wah-Wah-Hall-Solis in Begleitung von leichten Drums lassen manches Old School Metal Herz höher schlagen. Los gehts mit "Zum Teufel." Hartes Riffing, ordentlicher Groove, passende Solis. Der Song macht Lust auf mehr! Der Titeltrack "Wahrheit oder Lüge" beginnt mit einem Blueslastigen Intro, bevor er in einer totalen Groove Metal Granate übergeht. Etwas fraglich ist der Song "Neben der Spur", welcher vom Riffing fast identisch wie sein Vorgänger klingt. Den größten Unterschied bietet hier lediglich der Text. Wesentlich mehr Abwechslung bietet "Justizirtum", dessen Groove und Chorus direkt ins Ohr geht. Mit "Schadenfroh" kommt mal eine flotte Metal Nummer daher, die man vorher so nicht erwartet hat. Der Tempowechsel steht aber nicht nur dem Song, sondern auch dem Album gut. "Kugelrund" läd zum Augenzwinkern ein. Ein Song der sich mit gut beleibten Menschen beschäftigt, wird im Refrain sicherlich das eine oder andere Grinsen entfachen, obwohl der Text eher ernst und kritisch zu verzeichnen ist. Ein Ohrwurm bleibt "Kugelrund" auf alle Fälle. Ebenso stellt auch der Song "Kirche", welcher schon im letzten Jahr als Single veröffentlicht worden war, einen Seitenhieb an die Märchen der Religionen dar. "Hängt sie Höher" geht vom Sound her wieder in Richtung der ersten Songs auf  "Wahrheit oder Lüge" und hat eine menge Groove im Gepäck.  "Freunde" hingegen erinnert mehr an typische Deutschrock Nummern und zum Ende hin kommt mit "Auf der Flucht" eine 7 Minuten Metal Nummer daher, die vielleicht nochmal das gesamte Album in den Schatten stellt.

Unterm Strich haben die Vier Jungs aus Wien ein sehr starkes Album hingelegt. "Wahrheit oder Lüge" mag zwar für heutige Verhältnisse nicht sonderlich spektakulär sein, aber gerade dessen geradlinige, schlichte Art und Weise, verleihen einen ganz eigenen Scharm, der keine Experimente nötig hat. Weniger ist mehr! Wummernde Gitarren mit vereinzelten WahWah Effekten, knackige Drums, harte sozialkritische Texte und eine Menge Abwechselung, versprechen einen lauten Spaß. Der österreichische Akzent beim Gesang ist hierzulande vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig und das zwei hinternander folgende Songs fast identisch klingen, könnte man auch noch bemängeln, ansonsten gibt es aber absolut nichts an "Wahrheit oder Lüge" auszusetzen. "Teufelskreis" ist eine Band, die man definitiv im Auge (und Ohr) behalten sollte. Da geht noch einiges.

The Count für Radio Rock

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