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Konzert Bericht: Saxon - Thunderbolt European Tour Part II - Turbinenhalle Oberhausen 23.09.2018 10.10.2018 - 11:17

Sie sind auch auf ihren alten Tagen noch immer ein nie älter werdendes Phänomen. Live eine absolute Wucht, die man einmal im Leben erlebt haben muss. Lest hier meinen Konzert Bericht:

Alles laute,
Euer Count

 

Es musste in diesem Jahr endlich mal sein: Saxon Live! Auf eine Lokation in meiner Nähe hätte man wohl ewig warten können, das kam in den letzten 10 Jahren nicht mehr vor und in einer Zeit, wo langsam aber sicher, alle alten Legenden nach und nach abdanken, war es förmlich ein Muss, die "Eagles" noch einmal auf der Bühne zu erleben. Also drauf geschissen und ein paar Meter weiter gefahren, denn einmal im Leben muss man Saxon live erleben. Am 23.09.2018 war nun endlich meine Premiere. Sowie für die Band, als auch die Location in der Turbinenhalle Oberhausen. 

Wie immer war ich aus taktischen Gründen einer der Ersten vor Ort. Parkplätze gab es zu Hauf direkt vor der Turbinenhalle für schlappe 3 Euro. Jene selbst sah von Außen schlimmer aus, als es drinnen der Fall war. Eine alte Fabrik aus dem Jahr 1909, optisch ein totaler Rostkübel. Zum Eingang ging es eine lange Treppe hinauf, wo oben schon die ersten Besucher (lange Haare, Kutten, Bandshirts/Hoodies, the same as eveyone) auf den Einlass warteten. Vorab war auf der Homepage schon zu lesen, das es aufgrund vorheriger Vorfälle Durchsuchungen geben wird und der Einlass mit Taschen und Rucksäcken nicht möglich ist. So wurden später eben all jene auch direkt wieder zu ihren Autos geschickt, die mit Handtaschen und co bewaffnet waren. Gegen 7 Uhr begann der Einlass. Die Leute wurden immer in kleinen Gruppen herein gelassen und anschließend durchsucht. Meiner einer rutschte direkt mit der zweiten Gruppe in die Eingangshalle. Nach einer kurzen Ganzkörperabtastung hieß es dann erstmal wieder warten, denn die Türen zum Konzertsaal blieben noch etwa 20 Minuten verschlossen. In der Zeit konnte man sich am Merchandising Stand neu einkleiden, Wertmarken erwerben oder sich am Futterstand mit Schnitzelbrötchen verköstigen. Nachdem ich mir den Thunderbolt Tour Hoodie eingesackt hatte, ging es auch schon bald in den Saal. Die Halle und die Bühne waren enorm. Eine der größten Hallen die ich bisher besucht hatte. Drinnen bestand dann auch endlich die Möglichkeit, das eine oder andere Bierchen zu trinken und den sanitären Trakt zu benutzen. Schließlich will das was reinläuft, auch meistens schnell wieder heraus. ;-)

Raven & FM:

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Abermals hieß es Warten. Der Abend sollte lang werden, da schließlich zwei Vorbands mit an Bord waren. Nach weiteren 20 - 30 Minuten hatte sich der Saal auch überwiegend gefüllt und Raven machten den Anfang. Eine Old School NWOBHM Kapelle die mir bis dato noch garnicht bekannt war. Das Trio sorgte für ordentlich Stimmung und hatte mich wirklich positiv überrascht. Der Gitarrist, der aussah wie Meat Loaf's Bruder, schredderte wie ein völlig verrückter, insgesamt eine geile Show. Leider waren die 30 Minuten Spielzeit mit insgesamt 6 Songs ziemlich mager. Trotzdem haben die Drei Briten ordentlich reingehauen. Mit "Destroy All Monsters", "Hell Patrol", "All for One", "Hung, Drawn & Quartered", "Top of the Mountain" und "On and On", gab es eine bunte Mischung von alten Hits bis heute auf die Ohren. Dennoch waren die Zuschauerreihen noch ziemlich Lückhaft. Die meisten standen hinten an der Bar oder waren draußen. Man hat leider deutlich gemerkt, das insgesamt an den Vorbands nicht so das ganz große Interesse bestand. Das sollte sich bei "FM" auch nicht sonderlich ändern. Die Truppe war für mich ein Bon Jovi 2.0. in etwas lauter und hatte mir folglich garnicht gefallen. Klarer Pussy Rock'n'Roll, die kurzfristig für Y&T eingesprungen waren, doch hätten letztere gespielt, wäre das für meinen Geschmack auf das Selbe herausgekommen. Absolut nicht meins und die 45 Minuten Spielzeit waren eine gefühlte Ewigkeit und verschenkte Zeit, aber auch nur die Harten kommen in den Garten.

Saxon: 

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Die folgende Umbaupause dauerte eine ganze Weile länger, als wie es noch bei Raven der Fall war. Die komplette Bühne wurde leer geräumt und irgendwann ein Vorhang fallen gelassen, wohinter sich das Saxon Setting bisher komplett verbarg. Die "Eagles" ließen sich aber dennoch ganz schön Zeit. Ca. 30 Minuten in allem musste die Menge warten, aber das Warten hat sich gelohnt. Licht aus, Spott an! Mit dem Titeltrack des aktuellen Albums  "Thunderbolt" polterten die alten NWOBHM Legenden los. Die Atmosphäre war schlagartig und nicht sonderlich überraschend eine ganz andere. Nun standen alle Besucher beengt bis in die letzte Reihe, gröhlend und feiernd parat. Peter Byford wie gewohnt im langen Offiziersrock war immer noch beeindruckend. Der Mann ist Stimmlich kaum eingerostet. Weiter ging es mit "Sacrifice" -  Den Song hätten sie meiner Meinung nach auch weglassen können - und "Nosferatu" in der Vampire Walz Version vom neuen Album. Mir persönlich gefällt ja die Raw Version besser, ging aber ansonsten klar. Mit dem 4ten Song kam dann das erste Highlight. "Motorcycle Man" dröhnte durch die Lautsprecher. Die beiden Gitarristen Paul Quinn und Doug Scarratt drehten nun richtig auf und im Publikum gab es kein Halten mehr. "MOTORCYCLE MAN, MOTORCYCLE MAN" Chöre aus allen Rohren. Fett!Der Song "Predator" vom neuen Album hat zwar einen schweren Groove,  hätte aber ebenfalls ruhig dem einen oder anderen alten Song weichen können. Trotzdem, geballert hats Live ordentlich! Anschließend war die Bahn frei für Hits, Hits, Hits!
Unter lautem Applaus fegten die "Eagles" mit "Strong Arm of the Law" auch die letzten Horchlappen durch. "STOP. GET OUT! WE ARE THE STRONG ARM OF THE LAW!" Das Publikum heizte mit ihren Chören wieder ordentlich an. Positiv überrascht hat mich das anschließende "Battalions of Steel", welches ich weniger in der Playlist erwartet hatte. Der Song hat Live einen riesen Spaß gemacht hat, vorallem weil Peter Byford auch den melodischen Chorus mit Gravur gemeistert hat. "Power and the Glory" war nie so wirklich mein Fall, aber da er ebenfalls zu den alten Klassikern zählt, war der Song zu erwarten. Eine weitere positive Überraschung war "Solid Ball of Rock." Ich habe mich sehr gefreut, das die Nummer es in die Playlist geschafft hat und auch das Publikum ging wieder mächtig ab. So wirklich hat es keinen mehr auf den Beinen gehalten. Alle sprangen und klatschten im Takt zum markanten "Solid Ball" Riff. Gänsehaut Feeling! 
Nun war es auch Zeit, den besten Song des aktuellen Albums einzuschieben. "The Secret of Flight" fetzte einfach mit seinen Double Leads und war auch Live das absolute Highlight von "Thunderbolt." Und dann war es soweit. Der absolute Saxon Knaller Song schlechthin. Peter Byford hielt ein ihm aus dem Publikum zugeworfenes Pappschild hoch, auf dem "Dallas 1 PM" zu lesen war. Also dieser Wahnsinns Song war Live die absolute Granate. Tolles Solo von Doug Scarratt. I Love it! Doch Saxon hatten auch noch eine Menge mehr Knaller im Gepäck. Weiter ging es mit "They Played Rock and Roll." Der Song welcher speziell als Tribut für Motörhead geschrieben wurde, durfte als zweites Highlight der aktuellen "Thunderbolt" natürlich nicht fehlen. Dann war aber auch schon fast Schluss mit aktuellem Stoff. Fortan reihten sich ein Klassiker an den Nächsten. "And the Bands Played on" hatte mich persönlich auch nie so wirklich mitgerissen, doch Live hat der Song echt gut funktioniert und ist mittlerweile auch bei mir angekommen. Die Leads hatte diesmal komplett Paul Quinn auf dem Zeiger, der neben Peter Byford auch das letzte verbliebende Gründungsmitglied der Band darstellt.

Saxon läuteten nun das letzte Drittel ein. "747 (Strangers in the Night)" und das 10 Minütige Medley von dem aktuellen "Sons of Odin", gemischt mit dem epischen "Crusader", sorgten erneut für Gänsehaut Stimmung. "CRUSADER, CRUSADER" Chöre waren eine Selbstverständlichkeit. 
Das Beste haben sich Saxon für die Schlussphase aufgehoben. So ein Konzert muss schließlich mit den Besten Songs enden. "Princess of the Night" durfte selbstredend nicht fehlen, welcher das gesamte Publikum wieder zum Mitsingen und Klatschen animierte.   
Gefolgt von den lang erwarteten Kick Ass Brechern "Heavy Metal Thunder" und "Wheels of Steel" gaben die Briten nochmal richtig Gas. Vorallem "Wheels of Steel" riss wieder alle von den Füßen. Es gab kein Halten mehr. Headbangen, Jumpen, Pommesgabel - keiner stand mehr ruhig. Cool war auch die Tatsache, das Peter Byford ein Live Video im Mittelteil des Songs von der Bühne gemacht hat, was anschließend auf der Saxon Facebook Seite Online ging. Wer dort genau hinschaut, wird mich in der Menge finden. ;-)
Ein wahnsinniges Feeling bot "The Eagle has Landed" in den Zugaben. Ein 8 Minuten episches Meisterwerk mit heulenden WahWah Double Leads von Paul Quinn und Doug Scarred, gepaart mit markanten Midtempo Groove. Ein Fest für die Ohren. Abermals Gänsehaut pur! 
Zum krönenden Abschluss lies sich Peter Byford ein paar Kutten vom Publikum auf die Bühne reichen und verteilte sie an die ganze Band. Passend zum letzten Song, spielte die Band in Fan Kutten "Denim and Leather!" Was ein geiler Scheiß und vorallem ein cooles Gimmik. Unter lauten Chören gab das Publikum nochmal alles zum Klassiker, bevor sich Saxon mit Standing Ovations verabschiedeten. 

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Was ein Abend. Anstrengend, lang aber absoluter Wahnsinn. Saxon einmal Live erlebt zu haben war ein wahres Fest. Vermisst habe ich lediglich weitere Meisterwerke wie "Rock the Nations", "Rock'n'Roll Gybsys", "Call of the Wild" oder "Ministry of Fools", aber in einer 2 Stunden Show ist eben leider nicht für alles Platz, schon garnicht wenn man sein aktuelles Album präsentieren will. Vorallem ist es heutzutage ja ohnehin schon eine Seltenheit, das eine Band noch 2 Stunden spielt, von daher muss man den alten Haudegen auf jeden Fall Respekt zollen, das sie das in ihrem Alter immer noch mitmachen und zumindest die wichtigsten All Time Classics in der Playlist untergebracht bekommen haben. 
"Oberhausen? Fuckin' great audience here tonight!" Ich verneige mich! 

The Count für Radio Rock
 

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