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Debaucherys Balgeroth - In der Hoelle spricht man Deutsch 11.08.2018 - 12:51
Debaucherys Balgeroth - In der Hoelle spricht man Deutsch

Debauchery Gitarrist und Frontmann Thomas Gurrath hält bekanntlich mehrere Band Projekte am Laufen. Neben Debauchery selbst, hat er außerdem Blood God, Big Ball und Balgeroth ins Leben gerufen, mit denen er immer mal wieder Platten veröffentlicht. Gurrath ist auch bekannt dafür, seine Nebenprojekte als Bonus unter dem Banner von Debauchery zu veröffentlichen. So ist es kein Einzelfall mehr, das nun auch das neue Album von "Balgeroth - In der Hölle spricht man Deutsch" gemeinsam mit der neuen Debauchery  -"Enemy of Mankind" erscheint. Zusätzlich hat man noch die Balgeroth EP "Götter der Vernichtung" dazu gepackt. Diese 3er Disc Limited Edition erschien aktuell unter dem Titel "Debauchery's Balgeroth - In der Hölle spricht man Deutsch." 
Drei Alben auf einmal in einer Box. Clevere Vermarktungsstrategie oder ein deutlicher Hinweis darauf, das sich die Scheiben einzelnt schlecht verkaufen?  Ich tendiere zu letzterem, da Thomas Gurrath und seine Mitstreiter die Eintönigkeit gepachtet haben. Der einzige Unterschied scheint tatsächlich darin zu liegen, das man unter Balgeroth mit deutschen und bei Debauchery mit englischen Texten arbeitet. Vom Sound her tut sich da nicht viel. Die Produktion ist zwar ordentlich von fetten Groove geprägt, Tempo und Riffing scheinen aber fast immer vollkommen monoton zu sein, so dass man weder Abwechslung, noch musikalische Klasse und schon garkeine Überraschungen verzeichnen kann. Dazu sind die deutschen Texte schon ziemlich peinlich und pervers. Wer also Niveau wünscht, wird ebenfalls enttäuscht. Allerdings sollte man sich auch einmal selbst englische Texte von diversen Vertretern in die eigene Muttersprache übersetzen. Dann wird man auch ganz schnell merken, das dort manchmal nicht viel weniger dümmeres Gedankengut entspringt. Also geschenkt. Den vokabularen Stumpfsinn sollte man ohnehin nicht ernst nehmen. Thomas Gurrath und seine Mannen wollen in erster Linie unterhalten und vorallem provozieren. 

Balgeroth - In der Hölle spricht man Deutsch

Das Album beginnt ziemlich knackig. Der Opener "Blutgott Blitzkrieg" grooved brutal drauf los. Provokant aber stets mit einem Augenzwinkern versehen, macht die Nummer schon verdammt viel Spaß. "Jenseits des Himmelstors" erhöht sogar noch das Tempo und poltert ungestühm wild durch die Boxen.
Der Mid-Tempo Groover "Blutmusik" stellt aber das eigentliche Highlight der Scheibe dar. Fett aber auch stumpf wummert der Song vor sich hin, den die Texte sind allgemein so schlecht und flach gehalten, das es schon wieder eine wahre Freude ist. 

"Vorwärts in den Eisenkrieg, superschwere Blutmusik..."

Das ist Trash pur, der aber durchaus zu unterhalten weiß, sofern man sich darauf einlässt. Funkig gehts mit dem Titeltrack "In der Hölle spricht man Deutsch" und "Mörderkult der Zerfleischer" weiter.Leider regiert aber auch die zuvor angesprochene Eintönigkeit, die schnell langweilt. So scheint sich dann doch nach und nach immer wieder der gleiche Song mit anderem Text abzuspielen. "Imperator der Gewalt", "Sternenkind", "Menschenfeind" oder "Dämonische Schlachtmaschine" bieten nichts neues. Blut, Gemetzel, Mord und Todschlag hat man auch in den vorherigen Songs schon im Überfluss gehört. So zieht sich dieser Faktor wie ein roter Faden durch das Album, indem immer wieder die gleichen Phrasen im gleichen Groove abgearbeitet werden. Für sich allein gestellt, funktioniert zwar jeder Song, aber in der Masse wirken sie wie ein Repeat Modus auf deinem Winamp Player. Wenigstens etwas melodischer und teilweise episch kommt mit "Knochenheim" noch ein ordentlicher Abschluss daher.

Debauchery - Enemy of Mankind 

Hört man im Anschluss das neue Debauchery Werk, ergibt sich promt ein Deja Vu Erlebnis. Stets nach dem Motto: Kennst du Einen, kennst du Alle. Das Trio spult die gleiche Masche einfach nochmal auf Englisch ab. "Beasts of Balgeroth" und "Beyond the Eternity Gate" gehen nochmal verdammt gut ins Ohr. Danach wirds aber schon wieder langweilig. Mit "Overcome Evil" und Bloodcrushing Heavy Metal" bekommt man den üblich schlichten Brei vorgesetzt, den man schon auf der ersten CD in Dauerschleife gehört hat. "Teutonic Hell", "Slaughtercult of Carnagers" wissen noch zu gefallen, alles andere widerholt sich nur noch. Trotzdem funktioniert die Debauchery CD etwas besser, weil die Texte in Englisch auf den ersten Blick nicht so flach daher kommen. Wenn man sich allerdings die Mühe des Übersetzens macht, sähe das schon wieder anders aus. 

Balgeroth - Götter der Vernichtung (EP)

Die dritte CD ist im Grunde auch nichts anderes als wie die Erste, nur in schlechter. Nachdem man den Sound jetzt schon über zwei Alben geschreddert bekommen hat, ändert sich natürlich auch bei "Götter der Vernichtung" rein überhaupt nichts. Lediglich das Sättigungsgefühl ist erreicht, so das man kaum noch irgendwelche Begeisterung an die EP legen kann. Davon ab hat mir auch persönlich kein Song mehr gefallen. 
Unterm Strich ist Balgeroths "In der Hölle spricht man Deutsch" zwar laut, brutal und provokant, aber enorm schlicht gehalten. Der sich im Grunde nie ändernde Groove nervt auf Dauer und die Masche nutzt sich verdammt schnell ab. Debaucherys "Enemy of Mankind" hat darunter schon enorm zu leiden, weil auch auf diesem Album nicht sonderlich viel mehr geht. Trotzdem kann man oberflächlich betrachtet, mit den englischen Texten sicherlich mehr anfangen, weil es nicht auf Anhieb so platt wirkt, wie bei Balgeroth. Deren EP "Götter der Vernichtung" langweilt zum Ende hin so dermaßen, das man sie eigentlich kein zweites mal mehr einlegen möchte. Insgesamt musikalisch ein durchschnittliches Werk, textlich mehr ein Affentanz, aber dies ist schließlich auch aus purer Absicht so geschehen. Debauchery's Balgeroth wissen hiermit nur bedingt zu begeistern und wenig bis garnicht zu schockieren. So bleibt es am Ende extrem flacher Death'n'Roll für spezielle Geschmäcker. Nicht mehr und nicht weniger. Dennoch mag ich manchmal so einen Scheiß und feiere zumindest den einen oder anderen Song. Als Gesamtwerk betrachtet, ist "Debaucherys Balgeroth - In der Hölle spricht man Deutsch" aber kein Werk, was man wirklich haben muss. 

The Count für Radio Rock
 

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