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Herzlos - Schwarz Weiß Neon (2018) 27.03.2018 - 22:04

Herzlos - Schwarz Weiß Neon (2018)

Als Herzlos im Jahre 2016 "Zweifler & Gewinner" veröffentlichten, war direkt klar, das man sie fortan an diesem Aushängeschild messen werden würde. Dieses Werk zu toppen würde sicherlich schwer bis gar unmöglich werden. Nun haben wir 2018 und den Nachfolger "Schwarz Weiß Neon" vorliegen, welcher am 11.05.2018 offiziell erscheint. Der Band sei dank, das wir von Radio Rock schon vorab den ersten Eindruck auf die neue LP gewinnen konnten. 
Ich persönlich war sehr gespannt auf das neue Schaffen der Herzlosen, die schon im Vorfeld großes versprachen und damit haben sie auch wahrlich nicht übertrieben. "Schwarz Weiß Neon" ist absolut großartig geworden und hat sich im direkten Vergleich zum Vorgänger nochmal enorm gesteigert. Herzlos präsentieren sich nämlich nochmal in einem ganz neuen Soundgewand, welches man in der Form und in der kurzen Zeit, sicherlich nicht erwartet hätte.. "Schwarz Weiß Neon" ist kein "Zweifler & Gewinner 2.0", auch wenn das sicherlich nicht schlecht gewesen wäre. Vielmehr haben Herzlos ihren Sound in kürzester Zeit ein weiteres mal revolutioniert und präsentieren sich noch spielfreudiger als je zuvor. Das mag vorallem am nun schon nicht mehr ganz so neuen Lead Gitarristen Andrew liegen, der eine ganze menge an neuer Qualität mit hinein bringt. Das wird bei der Fülle an Solis in jedem Song auch mehr als deutlich. Zum Anderen hat die Band wirklich das Talent, großes zu erschaffen und erreicht mit "Schwarz Weiß Neon" nun auch den totalen Sprung zum Alleinstellungsmerkmal. Was vorher noch Deutsch und Punkrock war, bekommt nun auch noch echte Rock'n'Roll Anleihen spendiert. Das neue Album hat ganze 14 neue Songs (davon 3 Neuaufnahmen alter Klassiker) an Bord, die wir euch mal kurz zusammen fassen.  

Der Opener "Heiligenschein" haut einen schon aus den Socken. Beginnend mit einem Gitarren Intro wo man sich schon mal ernsthaft fragen darf, ob man hier wirklich bei "Herzlos" ist. Aber der (Heiligen)Schein trügt nicht. Dieser Sound ist von nun an "Herzlos" pur und das soll sich über die gesamte Laufzeit auch nicht ändern. Die erste Single "Du bist das Gift", die auch im April als Musikvideo veröffentlicht wird, steht dem kaum nach. Temporeich, melodisches Riff, eine menge Spaß.  Der Titeltrack "Schwarz Weiß Neon" präsentiert sich als schwerriffige Rock'n'Roll Ballade im Midtempo. "Aus anderem Holz" erinnert stark an "Atme den Wahnsinn ein." Vom Klang her sehr ähnlich und doch komplett anders, aber auf jeden Fall ein typischer "Herzlos" Song!  "In dieser Nacht" grooved ordentlich, wird aber vom nachfolgender etwas in den Schatten gestellt, denn "Platin" ist mittlerweile schon der zweite musikalische Seitenhieb, der sich gegen Bands richtet, die sich komplett dem Mainstream und Komerz verkauft haben. (Im letzten Jahr teilte bereits eine andere Band ordentlich aus) Der Song spricht Bände und übermittelt letztendlich die eine Botschaft: Rock'n'Roll als Weichspüler für den Komerz ist nichts wert. "Ich bleibe hier" erinnert anfangs leicht an Nirvana's "Smells Like Teen Spirit." Beginnt als Midtempo Groover der nach ca. 1 1/2 Minuten in eine Ohrwurm Granate mit melodischen, wie schwerem Riffing umschwengt. "Ohne Fehl und Tadel" entpuppt sich als ein Schwank an die Schulzeit. Diverse besungende Sünden haben wir sicherlich alle schon erlebt. Ein Song in dem man sich gerne und vorallem mit einem Grinsen an die alte Zeit zurück erinnert. "Statuen aus Gold" überrascht mit dezenten Trompeten Einsatz, wirkt aber insgesamt etwas gewöhnungsbedürftig. "Alter neuer Glanz" hingegen bringt wieder typische "Herzlos" Kost, die direkt ins Ohr geht. Zum Abschluss gibt es mit "Panorama" noch eine epische Ballade obendrauf, die garnicht mehr aus den Ohren heraus will. 

Doch das war ja noch längst nicht alles. Es folgen noch ganze 3 Neuaufnahmen alter Klassiker quer durch die "Herzlos" Diskographie. Im Allgemeinen sind Neuaufnahmen eher schlecht als recht und in den meisten Fällen unnötig, doch auch Ausnahmen bestätigen die Regel. Was "Herzlos" aus den alten Songs gemacht haben, ist wirklich grandios. "Herzenssache" aus dem Album "Masterplan" von 2013 ist in seinem neuen Gewand ein richtiger Pogo Kracher geworden. "Du und Ich" von "ZweiPUNKtNull" aus dem Jahre 2012 durfte natürlich auch nicht fehlen und präsentiert sich in DER Non Plus Ultra Version. Richtig, richtig geil! Das kann man nicht besser betonen. Und dann ist da noch "Saufen für den Regenwald," Der insgesamt älteste Song vom Debüt "Volldampf vorraus" aus dem Jahre 2011, dem sein neuer, frischer Sound ebenso gut steht, wie allen anderen Neuaufnahmen. 

Unterm Strich haben "Herzlos" alles richtig gemacht. Das neue Album "Schwarz Weiß Neon" klingt frischer, reifer, melodisch und hart zugleich. Eine Weiterentwicklung nach Maß, in der sich die Band nochmal um einiges gesteigert hat. Wer "Zweifler & Gewinner" schon geliebt hat, wird "Schwarz Weiß Neon" die Krone aufsetzen. Dieses Album war eindeutig "Herzenssache", das spürt man in jedem Song und nach 10 Jahren Bandgeschichte, hat man sich zum Jubiläum definitiv ein Denkmal gesetzt. Hut ab!  

The Count für Radio Rock

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