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Konzert Bericht: German Kultrock Festival 2017 14.08.2017 - 11:25

German Kultrock Festival 2017

Das German Kultrock Festival, welches schon das 8te mal in der Balver Höhle stattfand und von der Band "Peter Pankas Jane" jährlich auf die Beine gestellt wird, musste in diesem Jahr endlich einmal besucht werden. Neben "Jane" selbst, treten immer zusätzlich 5 weitere Bands auf, die die Höhle zum kochen bringen.

Erst einmal ein paar Infos vorab:
Die Balver Höhle ist die größte offene Kulturhöhle in Europa mit einem 11 Meter hohen und 18 Meter breiten Eingangsportal. In der riesigen Halle mit fast 90 Metern Tiefe, die sich nach 54 Metern in zwei Arme aufteilt, können ca. 2000 Menschen feiern oder bei Konzerten die einzigartige Akustik und Atmosphäre erleben.

Quelle: www.balver-hoehle.de

In diesem Jahr traten vorallem "Ohrenfeindt" - eine meiner absoluten Lieblingsbands - auf dem Festival auf, so das es unumgänglich war, die Balver Höhle endlich mal zu besuchen. Wenn die Feindte schon bei mir um die Ecke spielen (Etwa 25 Minuten Fahrt), dann kann man sich den Gig auch nicht nehmen lassen. Ich bin allerdings erst spät auf den Termin aufmerksam geworden, als die Karten schon sehr knapp waren, dennoch konnte ich problemlos noch welche ergattern. Bis auf Ohrenfeindt, waren mir alle anderen Bands bis dato gänzlich unbekannt, aber Radio Rock steht ja dafür, immer wieder neue Bands kennen zu lernen und jenen eine Plattform zu bieten. Somit war ich sehr gespannt auf "Teelex", "Crystal Breed" und "Jane." "Fisher-Z" allerdings haben mich von Anfang an nicht gereizt, da es sich hier um eine New Wave Band handelt. Wie auch immer, für 48,00 Euro im Vorverkauf ist man dabei und am 12.08.2017 war es dann endlich soweit. 

Ankunft in Balve:

Auf dem Vorplatz zur Höhle wurde man auch gleich freundlich heran gewunken, für die nötigen 3 Euro Parkplatz Gebühr. ;-) Anschließend ging es den Berg hinauf, wo oben ein großer Parkplatz zur Verfügung stand und so ziemlich an jeder Ecke ein Johnny im gelben Fräckchen die Bahnschranke machte um einen den Weg aufzuzeigen. Selbst beim Parkplatz wurde man navigiert wie man sein KFZ genau abzustellen hat. Nachdem das Parkproblem gelöst war, ging es zu Fuß den Berg wieder hinunter und zum Festival Eingang. Dort standen auch schon einige Leute. Es war ca. 15:50Uhr, also noch 40 Minuten vor dem offiziellen Einlass. Nach und nach wurde es voller und neben den normal bekleideten Besuchern, rückten dann auch die echten, langhaarigen Ruhrpott Rocker Lederjacken, Kuttenträger und Wacken Vertreter (erkennbar an den Wacken Shirts) an. Und natürlich waren auch die Ohrenfreundte (Fanclub Ohrenfreindt, zudem ich mittlerweile auch zähle) sehr zahlreich vor Ort und sammelten sich vor dem Haupt Portal. Nach 40 Minuten des Wartens, zog sich der Einlass sehr schleppend hin und erst kurz vor 17:00Uhr war ich dann wirklich durch den Karten Check und auf dem Vorhof der Höhle angekommen. Dort standen einige Fressbuden, Getränkebuden und ein Wertmarken Stand bereit. Wertmarken - Festivaltypisch - wie ich sie liebe. Nun denn, wo sich alles um mich herum schon über das Bier und den Grill hermachten (Es gab auch Reibeplätzchen ;-) ) waren "Teelex" bereits beim Soundcheck. Da ich erst spät aufs Gelände kam, hätte sich etwas zu essen nicht mehr gelohnt, also zügig rein in die Höhle und die erste Band genießen.

Das Festival: 

6 Bands. 5 davon spielten offiziell auf der Hauptbühne. Zusätzlich gab es eine kleine Berliner Kapelle names "Aphodyl", die im linken Höhlenarm während der Umbaupausen spielte. Jene habe ich mir allerdings nicht angeschaut. 

Teelex:

Los ging es also mit "Teelex" aus Wuppertal. Ursprünglich eine Cover Rock Band, die mittlerweile auch ihre eigenen Songs am Start hatte und diese in ca. 30 Minuten in Balve präsentierte. Die insgesamt 8 Musiker brachten eine tolle Show, wenn auch der Sound etwas weicher war, als auf das Zeug, was ich mir normalerweise gebe, fand ich die Band ziemlich gut. Hat Spaß gemacht, "Teelex" mal Live zu sehen. Den Song "Second Chance" habe ich Live mitgefilmt und kann auf unserem Kanal angeschaut werden:

Als "Teelex" schließlich unter lauten Zugabe-Rufen (ja sie gaben auch eine) von der Bühne gingen, machte sich der Hunger breit. Die Umbaupause sollte ca. 25 Minuten laut Programm in Anspruch nehmen. Also raus aus der Höhle und ab zum Wertmarken Stand. 10 Wertmarken kosteten schlappe 15 Euro. Jedoch waren die Wertmarken eigentlich garkeine Wertmarken, sondern simple Blechringe an einem Draht zusammen getüddelt. Ziemlich billig, aber hauptsache sie erfüllen ihren Zweck. Am Grill wurde dann erstmal ein sogenannter Höhlenteller (Doppelt Currywurst, Pommes, Majo) einverleibt. Nach längerem anstehen und dem Essen, war die nächste Band schon am Start. Den ersten Titel habe ich leider nicht mehr ganz mitbekommen. So schnell kann ja auch keiner Essen. ;-)

Crystal Breed: 

Die Zweite Band war "Crystal Breed", eine Progressive Rock Kapelle aus Hannover, die etwa 45 Minuten Hauptsächlich Songs aus ihrem neuen Album spielten. Dafür das ich Progressive Rock absolut nicht mein Fall ist, hat mir die Band Live gut gefallen. Allerdings musste ich später feststellen, das "Crystal Breed" für meinen Geschmack wirklich nur Live interessant ist. Als ich im Nachhinein die gespielten Songs nochmal auf Platte hörte, war ich enttäuscht.  Das hat mich musikalisch rein garnicht vom Hocker gehauen. Beide bisher erschienen Alben konnten mich von Anfang bis Ende kein Stück begeistern. Irgendwie war die Musik Live doch eine ganz andere Welt. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Schade eigentlich. Den Song "Liar" habe ich dennoch in voller Länge mitgefilmt und kann auf unserem Kanal angesehen werden. 

Fotos gibt es bei den Kollegen von Hell Pics: Crystal Breed - German Kultrock Festival 2017 

Ohrenfeindt: 

Endlich war es soweit. Vollgas Rock'n'Roll aus St.Pauli. Die Umbauphase dauerte ca. 30 Minuten und die typische Ohrenfeindt Skull Flagge wurde auch wieder hinter dem Schlagzeug gehisst. Andi Rohde machte einen längeren Drum Test, während Chris Laut noch mit der Verkabelung beschäftigt war. Pierre "Keule" Blesse kam erst als letzter auf die Bühne und nachdem Krawallgeige und E-Bass gecheckt waren, konnte der Spaß los gehen. Von nun an wehte ein anderer Wind in der Höhle und die lauteste Band des Abends - Ohrenfeindt - rockte Buchstäblich die Stalagmiten von der Decke. 85 Minuten geballter AC/DC Sound mit deutschen Texten. Verdammt cool und sehr eigenständig überzeugt das Trio Infernale seit nun mehr 20 Jahren. Mit dem Opener "Zeit für Rock'n'Roll" wurde Balve gleich der Stempel aufgedrückt und spätestens mit "Betriebsfest" und "Zum Rocken geboren" gab es kein Halten mehr. Die Höhle bebte, wie bei keiner Band zuvor. Der Fanclub Ohrenfreundte, tradionsgemäß direkt in der ersten Reihe, heizte die Stimmung noch umso mehr an. Aber auch auf den hinteren Rängen ging eine wahre Gaudi ab, die sich mit jedem weiteren Song steigern sollte. Ich war auch der Meinung, das unter den ca. 2000 Besuchern, nicht gerade wenige die Band zum ersten mal erlebten und hellauf begeistert waren. Andi, Chris und Keule sind einfach eine wahnsinnig gute Live Band, die man einfach mal gesehen und erlebt haben muss. Für mich persönlich war das ja schon der zweite "Ohrenfeindt" Gig. Vor 2 Jahren zur "Motor An" Tour war ich in Bochum schon dabei und es sollte auch schon bald der nächste Konzert Besuch folgen, doch dazu später mehr in einem anderen Bericht. 
Mit "Vollgas und Blaulicht" oder "Harley Luja" gab es weitere Klassiker obendrauf, während anschließend mehr Titel aus der neueren Diskographie gespielt wurden. Zusätzlich durfte man auch schon Drei Titel vom brandneuen Album Live bestaunen. Ganz besonders habe ich mich über "So nicht" gefreut, der nahezu beste Song der neuen Platte. Ebenso war die 10 Minütige Live Version von "Heul den Mond an" ein echter Kracher. Eine Blues Rock Nummer vom Feinsten. Und als nach dem offiziellen Abschluss "König und Rebell" die ganze Höhle - 2000 Leute - im Gänsehaut Faktor Chorgerecht nach Zugabe brüllten, gab es die selbstbetitelte Band Hymne "Ohrenfeindt" noch obendrauf. Wahnsinn! Dieser Gig vor dieser Kulisse, in dieser einmaligen Location war einfach grandios.  Den kompletten Auftritt habe ich für Radio Rock mitgefilmt und kann auf unserem Kanal angesehen werden. Ich entschuldige mich an dieser Stelle für diverse Wackler, aber bei der Musik kann man einfach nicht still stehen. ;-)

Fotos gibt es bei den Kollegen von Hell Pics: Ohrenfeindt - German Kultrock Festival 2017 

Nach dem Gig kündigte Chris Laut an, das man sich in 10 Minuten am Merchandising Stand treffe. Dort gab es Autogramme, Fotos und alles denkbare an Merch zu erwerben. Oben hinterm Stand war wie immer die mit einem dauerlächeln bewaffnete Claudi Hafenbräddel installiert. Bei Claudi wurde dann auch erstmal das Ohrenfeindt Skull Shirt und das Skull Luxus Beanie, welches Chris auch selber bei jedem Gig trägt, eingesackt. 10 Minuten später kamen Chris und Keule dann herrüber um fleißig Autogramme zu geben. Leider ohne Andi, der scheinbar im VIP Bereich geblieben war. Die beiden wurden dann auch erstmal ordentlich von Fans und Besuchern belagert. Ich wartete eine Weile, bis sich die Menge etwas gelegt hatte um später noch ein Selfie und einen kleinen Plausch mit Chris Laut zu ergattern. Beides hatte dann auch noch zügig geklappt und so ging der Abend mit Ohrenfeindt leider auch schon zu Ende.

Jane: 

Während den Exessen am Merch Stand, waren "Jane" - Kraut und Psychadelic Rock aus Hannover schon beim Umbau und Soundcheck. Schnell wurde noch ein Becher Cola in die rechte Herzkammer geschüttet und dann wieder ab zur Bühne. Diesmal hatte ich mich ganz vorn links an der Ecke postieren können. "Jane" spielten als obligatorischer Headliner die längste Show mit ca. 95 Minuten und haben mir ebenfalls eine Menge spaß bereitet. Auch wenn "Jane" Live definitiv besser sind, als wie auf Platte, hatte ich eine weitere Band für mich entdeckt, mit der man nicht viel falsch machen kann. Songs wie "Here we are" und "Lady" waren reine Mitrocker. "Fire,Water, Earth and Air (You Give me some sweet Lovin')" ein echtes Highlight und mit "Tomorrow", "Windows" und "Hangman" gab es weitere Klassiker auf die Ohren. Außerdem spackte direkt neben mir ein Typ im langen Staubmantel total ab und war am rumtanzen wie so eine Disco Torte. Das sah unheimlich beschissen aus, war aber auch lustig anzuschauen. Beim zweiten Song "Lady" hatte sich auch Chris Laut in der Menge verirrt und stand schließlich ein paar Meter vor mir im Publikum, um sich ebenfalls den Gig von "Jane" anzuschauen. Das war schon cool und zeigt abermals wie Bodenständig Chris geblieben ist. 

Den Song "Fire, Water, Earth and Air (You Give me Some sweet Lovin') habe ich ebenfalls für Radio Rock mitgefilmt und kann auf unserem Kanal angeschaut werden:

Fotos gibt es bei den Kollegen von Hell Pics: P.P. Jane - German Kultrock Festival 2017 

Gegen ca. 23:00 Uhr waren dann auch "Jane" von der Bühne und es wartete die letzte Band des Abends, allerdings habe ich mir "Fisher-Z" nicht mehr angeschaut, weil ich mit dem New Wave Kram rein garnichts anfangen kann. So war für mich das Festival dann auch vorbei und ich trat etwas wehmütig die Heimreise an, denn die Veranstaltung hat echt eine Menge Spaß gemacht und großen Eindruck hinterlassen. Das Einzige was ich bedauere, war selber keine Fotos gemacht zu haben, aber das passiert mir auch kein zweites mal. Ich werde das Festival definitiv wieder besuchen. Spätestens dann, wenn "Ohrenfeindt"auch wieder dort spielen. Vielleicht 2019? Ich bin jedenfalls sehr gespannt.

The Count für Radio Rock   
 

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