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Axel Rudi Pell - Knights Call (2018) 31.03.2018 - 15:21

Axel Rudi Pell - Knights Call (2018)

Das "Axel Rudi Pell" stehts für Qualität steht, ist zumindest seit den letzten 10 Jahren nicht mehr ganz so wahr, wie oft im Netz zu lesen ist. Auch als Fan kann man ruhig zugeben, das nach "Mystica" (2006) lange nicht mehr viel gescheites vom Bochumer Gitarren Virtuose kam. "Diamonds Unlocked" war ein gelungenes Cover Album, aber eben auch nur das. Ab "Tales of the Crown" schwabbte die Qualität auf und ab. "The Crest" war nochmal richtig stark,  "Circle of the Oath" und "Into the Storm" hingegen einfach nur belanglos, so das man schließlich meinen konnte, das die Zeit des Deutsch-Amerikanischen Traumgespannes langsam aber sicher Vorbei ist. 2016 kam allerdings eine überraschende Antwort. "Game of Sins" überzeugte wieder in alter "ARP" Manier und war bis auf "The Crest" nach einem Jahrzehnt, endlich wieder ein richtig gutes Album. 
Nun legt Pelle mit "Knights Call" nach und bescherrt uns ein sehr gewöhnungsbedürftiges aber keinesfalls schlechtes neues Album. Grund hierfür ist der veränderte Sound. Man kann "Axel Rudi Pell" natürlich nachsagen, das er stilisch seit 30 Jahren immer wieder das gleiche Album aufnimmt, vielleicht ist das auch der Grund für die Frischzellenkur auf "Knights Call?!"
Ob die Idee wirklich so gut war, überlasse ich jedem selbst. Mich persönlich hätte ein übliches "ARP" mit Klasse wahrscheinlich mehr überzeugt, als die diversen Neuerungen. An den Vorgänger "Game of Sins" kommt "Knights Call" jedenfalls nicht heran und man wird das aktuelle Album schon mindestens mehrmals hören müssen, um langsam gefallen daran zu finden, soviel ist sicher. Ist der Funke aber einmal übergesprungen, entpuppt sich das neue Werk doch als recht erfrischend gut und ist keinesfalls eine Enttäuschung. 

Vom typischen Intro mal abgesehen. Was sonst immer eine episch, instrumentale Hymne war, ist diesmal streng Mittelalterlich gehalten und wirkt doch arg befremdlich. "The Medieval Overture" hätte man sich wirklich sparen können. Da geht das Experimentieren meiner Meinung nach doch einen Schritt zu weit, zumal das einfach nicht auf eine "ARP" Scheibe passt. Am interessantesten ist das neue Werk immer dann, wenn "ARP" fernab seiner üblichen Stärken auf moderne Akzente setzt. Deutliche Hightlights sind das frische "The Wild and the Young", welches nicht nur als reiner Opener richig gut funktioniert, sondern auch ein ganz neues "ARP" untypisches Riffing mitbringt und natürlich "Long Live Rock", welches doch stark an "Carousel" erinnert, aber im Chorus wesentlich heavy'er ausfällt. Dann wäre da auf jeden Fall noch das instrumentale "Truth and Lies", das vorallem im Mittelteil durch ein Keyboard Solo im totalen "Deep Purple" Style auffällt und das flott - rythmische "Follow the Sun" zu nennen. Songs dieser Art, darf es in Zukunft gerne mehr geben. 

Ansonsten haben wir mit "The Crusaders of Doom" noch die obligatorische 8 Minuten Ballade, wie man sie auf jedem "ARP" findet. Ansich ein guter Song, aber das haben wir auch schon unzählige male besser erlebt. Da ist die zweite Ballade auf "Knights Call" namens "Beyond The Light" wesentlich besser ausgefallen. "Wildest Dreams" ist ok, aber dennoch nur ein Album Track. "Slaves on the Run" erinnert nochmal an herkömmliche "ARP" Zeiten und mit "Tower of Babylon" kommt der längste aber auch gewöhnungsbedürftigste Song daher. In knapp 10 Minuten klingt die Nummer wie eine Midtempo Metal Ballade aus dem tiefsten Orient. Mir hat dieser Track, ebenso wie das Intro überhaupt nicht zugesagt und gehört eher zu der Sorte Experimente, die es nicht gebraucht hätte. Allerdings kann auch nicht immer jedem alles gefallen. 

Unterm Strich hat "Axel Rudi Pell" sich selbst einwenig aufgefrischt, ohne den eigenen Wiedererkennungswert zu verlieren. Das funktioniert mal mehr und mal weniger gut, trotzdem kann "Knights Call" mit 4 sehr guten, 4 überdurchschnittlichen und lediglich 2 schlechten Songs, als gelungen betrachtet werden, "Knights Call" ist sicherlich nicht das beste "ARP" Album, dafür aber zum größten Teil auch mal erfrischend anders. Demnächst aber bitte wieder mehr in die alte, gewohnte Schiene.
Auf der kommenden Tour freue ich mich persönlich "The Wild and the Young" und "Long Live Rock" live zu erleben. Das wird auf jeden Fall ein Spaß.  

The Count für Radio Rock  

 

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