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RRFM im Interview mit Marvin Glytas von Herzlos 03.06.2018 - 17:39
Die 5 Jungs aus Eulenbis/Kaiserslautern feiern derzeit ihr 10jähriges Band Bestehen und haben dabei mit "Schwarz-Weiß-Neon" ein aktuelles Album am Start, was momentan dermaßen aus der Deutschrock Szene heraussticht, wie schon lange nicht mehr. Wir haben den Frontmann Marvin Glytas mal einwenig auf den Zahn gefühlt. 

Radio Rock FM: Moin Jungs. Beginnen wir zum Anfang erstmal ganz klassisch. Für alle die euch noch nicht kennen, stellt euch doch mal kurz der Community vor. 

Marvin: Ja gerne! Wir sind die Band Herzlos aus dem schönen Eulenbis im Herzen der Pfalz! Uns gibt´s jetzt seit ziemlich genau 10 Jahren und wir spielen abwechslungsreiche Rockmusik mit deutschen Texten!

Radio Rock FM:  In diesem Jahr feiert ihr ja euer 10 Jähriges Band Bestehen. Was hat sich seitdem bei euch persönlich in all der Zeit verändert? 

Marvin: Persönlich wenig, musikalisch recht viel. Wer uns kennt, weiss, wie dankbar wir für die Möglichkeit sind, für ein breites Publikum Musik zu machen. Man fühlt sich mit seiner Fangemeinde immer noch auf einer Wellenlänge, ist weder abgehoben noch überdreht. Ich denke, genau dass wissen unsere Fans auch immer noch zu schätzen: Der Plausch nach einem Konzert, die günstigen Ticketpreise... Wir geben gerne auch was zurück. Nach wie vor.

Radio Rock FM: Eure Besetzung hat sich ja seit 2008 ebenfalls einwenig verändert. Wie kam es dazu und wer ist seit damals noch dabei? 

Marvin: Als wir angefangen haben, war das ganze Projekt noch recht klein. Man trifft sich, probt ein paar Songs und fährt ins nächste Nachbarkaff, um dort auf dem Dorffest eine halbe Stunde als Vorband zu spielen. Wenn wir aber vom heutigen Standpunkt ausgehen, wohin sich die Band und auch die Fangemeinde entwickelt hat, frisst das ganze doch schon einiges deiner Zeu. Da muss man Prioritäten setzen, und bei den Besetzungswechseln in der Vergangenheit haben das die Jungs auch gemacht, da sind wir bis heute keinem Böse darüber., das es dann nicht Herzlos an vorderer Stelle war, sondern die Familie oder der Beruf. Olla ist als “Gründungsvater” von Anfang an noch am Start.

Radio Rock FM: Eure ersten Drei Alben waren musikalisch reiner Punkrock. Spätestens ab der "Zweifler & Gewinner" Scheibe hat dann eine enorme Wandlung stattgefunden. Wie kam es dazu das ihr euch seitdem (für mein Empfinden) mehr am Deutschrock orientiert, oder seid ihr generell dem Standpunkt treu, das ihr weiterhin 100% Punkrock (mit Updates) spielt?

Marvin: Wir haben uns mit der Frage auch immer wieder auseinandergesetzt. Sind wir Deutschrock? Sind wird Punkrock? Was sollen die Leute denken? Wonach klingt Herzlos? Spätestens bei “Zweifler und Gewinner” sind wir der Antwort auf die Frage nicht mehr nachgegangen: Wir wollen uns definieren, nicht über das Musikgenre, dem wir zugeordnet werden, sondern über die abwechslunsgreiche Musik, die wir machen. Wir haben unseren “Sound” gefunden. Aber ob du uns in deine Deutschrock- Punkrock oder Metalplaylist packst, ist Nebensache. Hauptsache, du feierst es!

Radio Rock FM: Plaudern wir einwenig über das kommende Album. Am 11.05.2018 steht "Schwarz Weiß Neon" in den Plattenregalen. Mit welchen Ambitionen seid ihr an das Album heran gegangen? Habt ihr euch vorgenommen, "Zweifler & Gewinner" zu  toppen, oder sollte das Album aufgrund des 10 jährigen Jubiläums einfach nur etwas besonderes sein?

Marvin: “Schwarz-Weiss-Neon” ist so ein bisschen unser Geburtstagsgeschenk an uns selbst. Wir haben mit der Scheibe erstmals die Möglichkeit gehabt, im Studio ohne Zeitdruck ein gewisses “Feintuning” an jedem einzelnen Song durchzuführen. Zusätzlich hat uns unser Produzententeam mit weiteren  Einflüssen neue Horizonte entdecken lassen. Genau das eben ist es, was dieses Album besonders macht. Jeder Song erzählt irgendwie  seine eigene Geschichte, im Ganzen klingt alles aber auch sehr rund und ausgewogen.

Radio Rock FM: Wie seid ihr auf den Namen "Schwarz Weiß Neon" gekommen?

Marvin: Als die Songs alle fertig geschrieben waren, sollte das Album “Aus anderem Holz” heißen. Fanden wir sehr passend, auch unter dem Begriff unseres Jubiläums. Als wir dann aber im Studio die Songs wirklich nochmal komplett umgestaltet haben, wurde uns bewusst, dass dieses Album doch mehr ist, als nur ein Zeitmarker in unserer Bandgeschichte. Wir haben musikalisch auch etwas die Farbe gewechselt, sind neue Wege gegangen, die unser Album sicherlich dadurch mehr unterscheiden wird. Darum der Titel “Schwarz-Weiß-Neon”. 

Radio Rock FM: "Schwarz Weiß Neon" erklingt nochmal erfrischend anders als sein Vorgänger "Zweifler & Gewinner." Wer hatte den größten Einfluss darauf? Unsere erste Vermutung (siehe Review) fiel ja auf Andrew, der musikalisch einen ganzen Haufen an Solis mit reinbringt. Wer hat den Rest verbrochen? ;-)

Marvin: Definitiv hat uns Andrew an der Lead-Gitarre extrem bereichert. Im Studio konnten wir so super zusammenarbeiten und jeder konnte noch etwas mehr aus sich rauskitzeln. Und wie schon erwähnt waren unsere 2 Masterminds im Studio Willi Breisch und Jonathan Maas, die uns während der ganzen Produktion von den Arrangements bis hin zum Mix sehr guten externen Input gegeben haben. Jonathan kennt so mancher vielleicht auch schon als unseren Backup-Gitarristen, falls mal jemand ausfällt. Klasse Typ und Wahnsinns-Musiker!

Radio Rock FM: Als erste Single Auskopplung, habt ihr euch für "Du bist das Gift" entschieden. Weshalb ist die Auswahl gerade auf diesen Song gefallen?

Marvin: Für uns war der Song genau der richtige, um das neue Album und was die Leute darauf erwartet, zu präsentieren. Seit dem letzten Album sind über eineinhalb  Jahre vergangen, was haben die Jungs in dieser Zeit gemacht? Wir brauchten einen Song, der diesen frischen Wind beim Hörer direkt spürbar werden lässt. “Du bist das Gift” war die perfekte Wahl.

Radio Rock FM: In dem Song "Platin" teilt ihr ordentlich gegen die Bands aus, die sich Wortwörtlich dem Mainstream verkauft haben. "...Die Szene quilt vor Scheiße über die niemand braucht..." heißt es in einer Textzeile. Ein Faktor der sich in den letzten Jahren leider wie ein Brechreiz (und nicht nur) in der Deutschrock Szene ausgebreitet hat. Was in der Metal Szene jedoch sehr gering vertreten ist, spürt man im Deutschrock umso mehr. I.d.R. wird sowas unter dem Deckmantel der Weiterentwicklung abgetan. Die Wahrheit sieht aber letztendlich ganz anders aus und wurde von euch in der Zeile "...Rock'n'Roll für Rockefeller..." treffend besungen. Natürlich werden wir an dieser Stelle keine Bands nennen, weil sich das nicht gehört, jedoch muss die allgemeine Frage erlaubt sein, was euch genau dazu bewegt hat, einen Song über dieses Brandaktuelle wie gleichzeitig kontroverse Thema zu schreiben?

Marvin: Das Thema ist ja, wie du schon sagtest, allgegenwärtig. Nicht nur in unserer “Szene”, sondern überall im semiprofessionellen und professionellen Musikbereich. Wir wollen mit “Platin” auf etwas sarkastische und teils auch selbstironsiche Weise den schmalen Grad zwischen Professionalität und dem viel verhassten “Mainstream” thematisieren. Wo fängt Erfolgsgier an? Wo zieht man die Grenzen? Und zu welchem Preis für den Fan? Vielleicht öffnet der Song dem ein oder anderen die Augen, und wer sich darauf angesprochen fühlt, sollte sich dann fragen: Warum wohl? ;-) 

Radio Rock FM:  Darf man also auch in Zukunft damit rechnen, das "Herzlos" sich selber treu bleibt?

Marvin: Klar. Man muss sich einfach nur vor Augen halten, dass es echt viele Leute und auch Ereignisse gibt, dank denen man diesen kleinen Traum leben darf. Es hat auch immer alles noch mit harter Arbeit zu tun, und es gibt nichst schöneres, als zu wissen, dass die Message bei den Leuten ankommt. Wenn man dann auch noch einen Chart-Einstieg ( Platz #63) verbuchen darf, ist das echt schon was richtig tolles!

Radio Rock FM: Für "Schwarz Weiß Neon" habt ihr euch entschieden, Drei alte Songs als Bonus komplett neu aufzunehmen. Warum ist die Wahl genau diese Songs gefallen?

Marvin: Wir wollten mit den Bonus-Songs auch für Leute, die jetzt neu mit Herzlos in Verbindung treten einen Überblick schaffen, was sie bisher verpasst haben. Zumal wir die Songs alle auch sehr gerne Live spielen, ist das für alle eine Bereicherung, neu aufgenommen und in geiler Qualität.

Radio Rock FM:  Mal eine allgemeine Frage. Wenn ihr an einem Album arbeitet, wie muss man sich das vorstellen? Schreibt ihr gemeinsam an neuen Songs, oder gibt es bei euch ein typisches Alphatier, dem immer etwas einfällt? 

Marvin: Meistens kommt einer mit einer Songidee, ich hab dann schon ein paar Textfetzen zu verschiedenen Themen parat, und dann beginnt man, das ganze aufeinander abzustimmen. Im Kollektiv die Songs auszuarbeiten haben wir uns jetzt immer fest vorgenommen. Gerade weil das beim letzten Album super funktioniert hat.

Radio Rock FM: Was entsteht bei euch zuerst? Der Text oder die Melodie?

Marvin: Manchmal so, manchmal so.

Radio Rock FM: Ihr seid demnächst auch wieder Live auf diversen Festivals zu sehen, u.a. auf dem Spreewald Rockfestival und der G.O.N.D. Wann beginnt für euch die offizielle Tour zum neuen Album?

Marvin: Unsere Tour zu “Schwarz-Weiss-Neon” beginnt am 09.11 und zieht sich durch den ganzen November. Wir touren durch 10 deutsche Städte in kleinen Clubs und haben lokal ein paar coole Supportacts am Start. Tickets findet ihr bei Eventim!

Radio Rock FM: Und nun mal aus eigenem Interesse. Habt ihr zufällig geplant auch im Raum Dortmund/Bochum oder im Umkreis zu spielen? Schließlich müssen wir von Radio Rock euch auch mal live erleben. (lacht)

Marvin: Da wäre doch die Show in Kempen im “The Whistle” passend. Ist ca. ne Stunde von Euch entfernt. Ich denke 1-2 Plätze auf der Gästeliste sind wir Euch schuldig, wir haben ja mit dem Interview jetzt echt auch lange gebraucht. (lacht)

Radio Rock FM: Letzte Frage für heute. Wie schaut euer persönlicher Musikgeschmack aus? Hört ihr Privat ebenfalls Deutschrock oder gar ganz andere Sachen? Wer sind eure Lieblingsbands und gibt es auch welche, die eurer musikalisches Schaffen geprägt haben?

Marvin: Jeder hört gerne was anderes, ich persönlich hör auch alles, was mir irgendwie gerade gefällt. Deutschrock nur noch sehr wenig leider, da sich die meisten Acts auch nicht mehr wirklich voneinander unterscheiden. Metal, Hip-Hop, Blues.. Bunt gemischter Haufen mit buntem Musikgeschmack!

Radio Rock FM:  Dann bedanken wir uns an dieser Stelle für das ausführliche Interview und überlassen euch die letzten Worte in Richtung aller Herzlos Fans.

Marvin: Ja vielen Dank für die Zeit und sorry, das wir Euch solange haben warten lassen. Wir sehen uns auf den Festivals, gerne auch auf 1-2 kühle Getränke! Im Herbst steht dann alles im Zeichen der “Schwarz-Weiss-Neon”-Deutschlandtour. Wir sind heiß und hoffen, möglichst viele  dort für Herzlos begeistern zu können! Haut Rein!

Interview: The Count

Fotos: facebook.com/herzlos.deutschpunkrock

Weitere Infos unter herzlos-musik.de

 

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