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Bullet - Dust to Gold European Tour - Kubana Live Club Siegburg 17.05.2018 22.05.2018 - 18:10

Ursprünglich war der Konzert Termin am 06.05.2018 im Matrix Bochum geplant, da aber Axel Rudi Pell am gleichen Abend in der Zeche Bochum autftrat und der Termin ebenfalls fix war, musste ich auf den 17.05.2018 in Siegburg ausweichen. Die Location lag etwas weiter weg, aber was tut man nicht alles für Bands die man unbedingt sehen möchte. 
Im Gegensatz zu Bochum, gab es eine kleine Änderung. Unter den beiden Support Bands, waren in Siegburg neben "Screamer" diesmal nicht "Rexonia" dabei, sondern stattdessen "Jesus Chrüsler Supercar." Da ich ohnehin nicht wirklich auf Female Fronted und Symphonic Metal stehe und mir Rexonia ohnehin nicht zugesagt haben, war der Ausweichtermin auch kein großer Verlust. Ganz im Gegenteil. Neben dem Faktor, trotzdem beide Bands (ARP u. Bullet) sehen zu können, hat sich der Kubana Live Club als echt fette Location mit wahnsinnig guter Arkustik entpuppt. Außerdem war nicht nur der Hauptact ein totaler Hammer. Doch alles der Reihe nach.
Gegen 18:50Uhr - 10 Minuten vor Einlass - kam ich in Siegburg vor dem Kubana an. Hier saßen schon die ersten Metal Fans draußen im Biergarten und tranken vor. Ansonsten war es bis auf eine Handvoll Leute noch ziemlich ruhig. Ungewöhnlich. Normalerweise bin ich es gewohnt, das zum Einlass, schon die erste Schlange vor den Pforten steht. Das Kubana selbst, war wie der Name schon sagt, von der Inneneinrichtung ein rustikales, "Klein Kuba." Zwar schick, aber nicht mein Fall. Der Live Klub war im Keller untergebracht und da sah es schon mehr nach einem typischen Heavy Metal Schuppen aus. Die Wände waren geziert von Bandfotos, die hier schon aufgetreten waren. Inklusive Lemmy im Großformat, der durfte natürlich nicht fehlen. ;-) Direkt am Eingang hatte sich auch der Merchandising Stand Breit gemacht, der erstmal ordentlich inspiziert wurde. Leider waren die Band Shirts nicht in meiner Größe zu haben, so das ich nur zur aktuellen Platte "Dust To Gold" (im Digipak) gegriffen habe. Im hinteren Teil waren kleine Tische mit Barhockern aufgestellt, so das man bei dem Gig sogar gemütlich sitzen und sein Bier abstellen kann. Platz genommen, was getrunken und gewartet. Langsam aber sicher füllte sich der Klub mit den üblichen Verdächtigen. Band Shirts von Accept, Battle Beast, Motörhead, Metallica und co. waren alle vertreten. Ich selbst habe Outfitmäßig treu die AC/DC Fahne hoch gehalten. ;-) Aber natürlich waren auch wieder die traditionellen Kuttenträger mit langen Haaren und langen Bärten vor Ort. Ich kann mich an einen Besucher erinnern, der fast 1:1 wie Lemmy ausgehen hat. Nicht nur vom Gesicht her, sondern auch vom Outfit. Cowboy Stiefel, schwarze Jeans, Patronengürtel und der Hut mit dem Säbel-Kavallerie Abzeichen. Geiler Scheiß!  

 

 

Jesus Chrüsler Supercar

Kurz vor 8 war es dann soweit. Die Roadies checken nochmal den Sound und die erste Band "Jesus Chrüsler Supercar" war am Start. Über die Truppe hatte ich mich vorab noch garnicht informiert und war somit ein kleines Ü-Ei. Allerdings war vorab natürlich klar, das eine Metal Band die sich "Jesus" nennt, eigentlich nichts anderes als more than fuckin' Evil sein kann. Ich hatte mich also schon auf harten Stoff eingestellt und als deren Intro ertönte, musste ich doch erstmal herzlich lachen. Da dudelte klassische Kirchenmusik, unterlegt mit einem Dialog voll von klassischen "F-Wort" und "Motherfucker" Flüchen, der meinen Verdacht, der ohnehin völlig auf der Hand lag, zusätzlich bestätigte. Und dann legte die Truppe da los  - Wow, was ein Brecher! 
Vom Stil her beschreiben sie sich selbst als eine Death & Roll Band. Woran sie das allerdings festmachen, will mir nicht wirklich klar werden, denn davon war rein garnichts zu hören. Die Jungs klingen zu 100% wie eine etwas lautere Stoner Band. Aber wer blickt bei den Trilliarden Metal Genres heutzutage auch noch wirklich durch? Wie auch immer, "JCS" hatten ordentlich Wumms und das Kubana zum Beben gebracht. Songs wie "Let it Roll" oder vorallem das Doomlastige "I Can Get It" kamen Live richtig stark zur Geltung. Die kurze Playlist von genau 9 Tracks, beschränkte sich fast ausschließlich auf das aktuelle Album. "From Hell", "Digging my Grave" oder "Down, Down, Down", das sind wummernde Stoner Brecher aller erster Güte, die verdammt viel Spaß machen. Leider war die Show nach 45 Minuten dann aber auch schon wieder vorbei. Dennoch, die Jungs haben mich so sehr überzeugt, das ich mir ihre beiden bisherigen Alben direkt zugelegt habe. Vorallem "35 Supersonic" kann ich an dieser Stelle wärmstens empfehlen.

 

Screamer

Nachdem die Menge schon gut angefixt war, folgte mit Screamer der zweite Support Act. Im Gegensatz zu Jesus Chrüsler Supercar waren mir die Schweden längst nicht mehr unbekannt. Die Truppe, die seit 2009 aktiv ist, spielt verdammt starken, klassischen Heavy Metal und es war mir eine Freude, jene mal Live zu erleben. Der selbst betitelte Opener "Screamer" bewies bereits die enorme Live Stärke der Band. Im Gegensatz zu JSC wurden sehr viele Titel vom ersten Album gespielt. Dazu ein Song vom Zweiten und Drei vom aktullen Dritten Album. Mit "On My Way" und "Lady of the Night" waren Screamer dann voll in ihrem Element. Laut, Hard und Melodisch. Die Band überzeugte in jeder Hinsicht. Es folgten "Can You Hear Me", "Adrenaline Distractions" und "Demon Rider."  Anton Fingal  und Dejan Rosic an den Gitarren waren stark und vorallem der Gesang von Andreas Wikström konnte sich auch Live 1A Hören lassen. Neben "Monte Carlo Nights" gab es noch den absoluten Screamer Ohrwurm "Keep on Walking", sowie "Rock Bottom" zum Abschluss auf die Ohren. Leider viel zu kurz, aber maximal 45 Minuten Spielzeit ist nunmal Standard als Support Band. Screamer würde ich mir auf jeden Fall aber nochmal als Hauptact anschauen. Ich liebe so Bands die die gute alte Zeit wieder aufleben lassen und dabei auch noch so wahnsinnig gut sind. 

 

Bullet

Gegen 21:30Uhr war dann der Moment gekommen, an dem Bullet die Bühne betraten und die Mannen rund um Hell Hofer fegten Buchstäblich alles weg. Jesus Chrüsler Supercar und Screamer waren schon verdammt geil anzuschauen, aber Bullet sind dann nochmal ein ganz anderes Kaliber. Mit "Scream and Attack", "Ain't Enough" und "Rough Soldier" - Gleich Drei Songs vom aktuellen Longplayer - legten die Fünf da einen Start hin, der einem die Kinnlade herunter klappen ließ. Wahnsinnige AC/DC Power Riffs der Beiden enorm ausdrucksstarken Gitarristen Hampus Klang und Alexander Lybro. Dazu das krasse Organ von Mr. Hell Hofer, welches selbst einen Brian Johnson zu besten Zeiten neidisch machen würde. Die Performance von "The Voice of Hell" war zwar sehr untypisch, kann man aber dennoch als unbeschreiblich cool bezeichnen.  Hell Hofer stand meist ziemlich regungslos an einem Pfleck, aber brachte eine Starke Mimic in die einzelnen Songs und schwang ab und zu die Fäuste. Ganz anders hingegen die Drei Gitarristen an der Front. Klang, Lybro und Bassist Hector machten die Show und gingen da in bester Eigenkreation ala Judas Priest richtig ab. Denn während die Musik eher an AC/DC angelehnt ist, versprüht ihr optischer Look den totalen Priest Charme. Man könnte Bullet also als eine Schwedische Mischung zwischen den beiden Legenden betrachten, die schon seit Jahren zu meinen absoluten Favorits gehören. "AAAARRREEE YOUUU REAAADY FOOOR WIIIILD FIIIIREEE?" kreischte Hell Hofer ins Mic und stimmte damit Nr. 4 vom aktuellen "Dust To Gold" an. Danach bewegte man sich erstmal in älteren Gefilden. "Rolling Home", "Dusk Till Dawn", "Storm of Blades" und einer meiner Bullet Lieblinge "Riding High" wurden zum Besten gegeben. Die kleine Halle bebte und die Band wurde unter "Bullet" Sprechchören regelrecht gefeiert, als man sich mit "Throug the Fire" und "Highway Love" wieder dem aktuellen Werk zuwandte. Nach "One Deal With The Devil" legten die Jungs nochmal ein furioses Finale hin. "Heading For The Top" (natürlich, der Song durfte nicht fehlen) "Turn It Up Loud" und "Bite The Bullet" ging dann ein Konzert zuende, was jetzt schon definitiv zu meinen absoluten Highlights in diesem Jahr zählt und das, obwohl noch so einige Konzerte bei mir anstehen!

Unterm Strich habe ich einen wahnsinnig geilen Abend mit Drei fantastischen bis grandiosen Bands erlebt, der auch erstmal getoppt werden muss. Dazu die tolle Location des Kubana Live Klub's mit seiner wunderbaren Arkustik, die ich jedem nur ans Herz legen kann. Wenn ihr mal die Möglichkeit habt, schaut unbedingt im Kubana vorbei. Der Laden zählt jetzt schon neben der Zeche Bochum zu meinen liebsten Klubs für Rock und Metal Konzerte. Ich fahre jedenfalls gerne wieder nach Siegburg. 

The Count für Radio Rock 
 

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